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Bildschirmzeit & Medien

Warum Kinder Bücher nicht mehr blättern können – und wie wir dem entgegenwirken

Immer mehr Kindergartenkinder versuchen, Buchseiten wie Tablets zu wischen. Eine neue Studie zeigt: Die digitale Gewohnheit verändert, wie Kinder mit Büchern umgehen. Doch es gibt einen Ausweg.

Buchkraft Team
21. April 2026
7 Min. Lesezeit

Warum Kinder Bücher nicht mehr blättern können – und wie wir dem entgegenwirken

Immer mehr Kindergartenkinder versuchen, Buchseiten wie Tablets zu wischen. Eine neue Studie zeigt: Die digitale Gewohnheit verändert, wie Kinder mit Büchern umgehen. Doch es gibt einen Ausweg.


Die Szene, die Eltern und Erzieher verblüfft

Stell dir vor: Dein vierjähriges Kind sitzt zum ersten Mal vor einem Bilderbuch. Es wischt mit dem Finger über die Seite – und wundert sich, dass sich nichts tut. Kein neues Bild, kein Ton, kein Animation. Es klopft auf das Buchcover wie auf einen Bildschirm. Es versteht nicht, warum die Seite nicht «reagiert».

Kein Einzelfall, wie eine aktuelle Studie aus England zeigt. Rund ein Drittel der Kinder im Alter von vier bis fünf Jahren weiss nicht mehr, wie man ein Buch richtig benutzt. Statt zu blättern, versuchen sie zu wischen, zu zoomen oder zu tippen – genau so, wie sie es von Smartphones und Tablets kennen.

Die Studie der Organisation Kindred Squared (2026), basierend auf einer Befragung von 1'000 Grundschulmitarbeitenden, bringt ein Phänomen ans Licht, das auch Schweizer Kindergärtnerinnen und Erzieher bestätigen: Die digitale Medienwelt verändert nicht nur, wie viel Kinder lesen – sondern ob sie überhaupt verstehen, was ein Buch ist.

(Quelle: 20 Minuten, 11. April 2026)


Was die Studie zeigt: Zahlen, die zum Nachdenken anregen

Die Kindred Squared School Readiness Survey 2026 liefert neben dem Buch-Problem weitere besorgniserregende Daten:

  • 37% der Kinder werden als nicht «schulbereit» eingestuft
  • 26% können nicht selbstständig auf die Toilette gehen oder tragen noch Windeln
  • 28% können nicht selbstständig essen oder trinken
  • Schulpersonal verbringt täglich rund 1,4 Stunden mit Unterstützungsleistungen
  • Das kostet insgesamt etwa 2,4 Stunden Unterrichtszeit pro Tag
  • Mehr als 51% der Befragten sehen einen Zusammenhang mit übermässiger Bildschirmzeit

Aber die Zahl, die am meisten erschreckt, ist vielleicht diese: Kinder, die den Unterschied zwischen einem Bildschirm und einem Buch nicht mehr kennen.

(Quelle: Kindred Squared School Readiness Survey 2026)


Warum Bücher etwas können, das Bildschirme nicht können

Bücher und Bildschirme sind nicht dasselbe. Das klingt offensichtlich, aber für viele Kinder ist es das nicht mehr. Und die Unterschiede sind nicht nur technisch – sie betreffen die Entwicklung des Gehirns.

1. Bücher fördern räumliches Denken

Wenn ein Kind ein Buch hält, übt es räumliche Orientierung: Vorne, hinten, links, rechts. Es lernt, dass Geschichte eine Richtung hat – von vorne nach hinten. Auf einem Bildschirm gleitet alles gleichmässig in alle Richtungen. Das Gehirn muss beim Buch aktiver arbeiten.

2. Bücher fördern Geduld und Konzentration

Ein Buch hat kein Autoplay. Es erfordert, dass das Kind aktiv entscheidet, wann es weiterblättert. Diese Eigenregulation ist ein zentraler Baustein der Selbstständigkeit – genau die Fähigkeit, die laut Studie so vielen Kindern fehlt.

3. Bücher bieten haptische Erfahrungen

Das Umblättern einer Seite, das Fühlen der Seiten, das Riechen des Papiers – all das aktiviert mehrere Sinne gleichzeitig. Studien zeigen, dass multisensorische Erfahrungen das Lernen vertiefen und die emotionale Bindung an den Inhalt stärken.

4. Bücher stärken die Eltern-Kind-Bindung

Ein Buch wird selten allein gelesen. Es wird vorgelesen, gemeinsam betrachtet, besprochen. Diese interaktive Erfahrung fehlt bei Bildschirmen, die das Kind oft isoliert konsumieren lässt.


Was Schweizer Expertinnen sagen

In der Schweiz bestätigt Lena Fleisch, Präsidentin des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbandes, den Trend: «Lehrpersonen aus dem Zyklus 1 (Kindergarten) berichten vermehrt, dass es Kindern schwerfällt, einfache Alltagshandlungen selbststaendig auszuführen – mit steigender Tendenz.»

Eine 51-jährige Kindergärtnerin aus Thun berichtet: «Wir sind mit ganz neuen Problematiken konfrontiert. Viele Kinder sind deutlich unselbststaendiger. Sie wachsen oft ohne klassische Spielsachen auf, dafür mit Handys.»

(Quelle: 20 Minuten, 11. April 2026)


Wie Buchkraft-Geschichten Bücher und Bildschirme verbinden

Bei Buchkraft glauben wir nicht, dass Bücher und Bildschirme Gegensätze sein müssen. Aber wir glauben daran, dass Kinder Bücher brauchen – und zwar Bücher, die sie wirklich berühren.

Unsere personalisierten Bücher bieten genau das:

Das Kind ist die Hauptfigur

Statt einen Bildschirm-Passivkonsum zu ersetzen, laden wir Kinder ein, in eine Geschichte einzutauchen, in der sie selbst die Helden sind. Diese Identifikation schafft eine emotionale Brücke zum Buch – das Kind will wissen, was mit ihm passiert.

Bücher, die zum Blättern einladen

Unsere Bücher sind so gestaltet, dass jedes Umblättern eine kleine Überraschung bringt. Neue Illustrationen, neuer Text, neue Abenteuer. Das Kind lernt: Blättern lohnt sich.

Gemeinsames Erleben

Unsere Bücher laden Eltern und Kinder zum gemeinsamen Lesen ein. Während der Bildschirm oft trennt, verbindet ein Buch. Es entstehen Gespräche, Fragen, Lachen – genau die Interaktion, die Kinder für ihre Entwicklung brauchen.

Lesen fördert Selbststaendigkeit

Forschung zur Bibliotherapie zeigt: Wenn Kinder Geschichten lesen, in denen Figuren Probleme lösen, lernen sie, dieselben Fähigkeiten im echten Leben anzuwenden. Ein Kind, das liest, wie seine Buch-Figur zum ersten Mal alleine auf die Toilette geht, hat den Mut, es selbst zu versuchen.


5 Tipps: So bringst du Bücher zurück in den Alltag deines Kindes

  1. Vorlesen als Ritual — Jeden Abend 10–15 Minuten vorlesen. Kein Handy, kein Fernseher. Nur Buch, Kind und deine Stimme.

  2. Bildschirmfreie Zonen — Schlafzimmer und Esszimmer sind «buchfreundliche Zonen» ohne Bildschirme.

  3. Eigenes Buch, eigenes Regal — Gib deinem Kind ein eigenes Bücherregal (oder einen Korb). Persönliche Bücher werden mehr gelesen als gemeine.

  4. Mitlesen lassen — Auch wenn dein Kind noch nicht lesen kann: Lass es die Bilder «lesen», die Seiten umblättern, die Geschichte nacherzählen.

  5. Personalisierte Bücher auswählen — Bücher, in denen das Kind der Held ist, haben eine besondere Anziehungskraft. Sie werden öfter gelesen, länger behalten und stärker verinnerlicht.


Fazit: Bücher sind kein Relikt – sie sind eine Superkraft

Die Zahlen sind klar: Immer mehr Kinder wissen nicht mehr, wie man ein Buch benutzt. Sie verwechseln Seiten mit Bildschirmen. Sie blättern nicht mehr – sie wischen.

Aber das ist kein Grund zur Verzweiflung. Es ist ein Grund zum Handeln.

Bücher sind kein Relikt einer vergangenen Zeit. Sie sind ein Werkzeug, das Bildschirme nicht ersetzen können: Sie fördern Geduld, räumliches Denken, multisensorische Erfahrung und die Bindung zwischen Eltern und Kind. Sie machen Kinder nicht nur klüger — sie machen sie selbststaendiger.

Personalisierte Bücher wie die von Buchkraft gehen noch einen Schritt weiter: Sie machen das Kind zum Helden seiner eigenen Geschichte. Und ein Kind, das sich als Held erlebt, hat den Mut, die Welt zu erobern – eine Seite nach der anderen.

Möchtest du dein Kind mit einer personalisierten Geschichte unterstützen? Entdecke die Bücher von Buchkraft, in denen dein Kind der Held ist: buchkraft.danunique.com


Quellen:

Quellen

Alle Quellenangaben finden sich im Artikel verlinkt.

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